27.06.2023

Mit Digitalisierung zu mehr Effizienz

Nachbericht der KEFF+ Online-Veranstaltung

 

 

Am 27. Juni 2023 fand die Online-Veranstaltung "Sparen Sie Zeit, Geld und Ressourcen: Mit Digitalisierung zu mehr Effizienz" statt. Das KEFF+Team hatte eingeladen, 26 Teilnehmende folgten den praxisbezogenen Vorträgen. KEFF+Effizienzmoderator Fabian Delong eröffnete die Veranstaltung und betonte die rasante Entwicklung der künstlichen Intelligenz. Passend zum Thema der Veranstaltung wurden das Bild oben, der Titel der Veranstaltung und weite Teile dieses Textes mit Hilfe der KI-Werkzeuge Midjourney und ChatGPT erstellt.

 

KEFF+Moderator Philipp Gillessen stellte die Kompetenzstelle Ressourceneffizienz vor und präsentierte das Angebot der KEFF+. Dazu gehören der KEFF+Check zur individuellen Potenzialerkennung in Betrieben, Veranstaltungen zur Sensibilisierung und Information sowie ein Netzwerk für den Austausch von konkreten Lösungsideen.

Gillessen erläuterte den Ablauf des KEFF+Checks, der mit einem kurzen Anruf bei Alexandra Jung (0761 15109810) zur Terminvereinbarung beginnt. Daraufhin meldet sich einer der beiden Effizienzmoderatoren und fragt relevante Themen und Fragestellungen des Unternehmens ab. Im Vor-Ort-Termin wird die Produktion oder ein definierter Teil besichtigt und die Moderatoren kommen mit Produktionsverantwortlichen ins Gespräch. Oft können dabei schon erste Ansatzpunkte aufgedeckt werden. Außerdem kennen die Moderatoren passende Förderprogramme und vermitteln auf Wunsch Effizienzberatungen. Im Nachgang erhält das Unternehmen einen ausführlichen Bericht mit Empfehlungen und möglichen Effizienzmaßnahmen. Als Bonus können alle Unternehmen, die den KEFF+Check durchgeführt haben, von der BERE-Förderung (Beratungsförderung im Bereich Ressourceneffizienz) profitieren.

 

Wei Min Wang, Technologieberater Ressourceneffizienz und Kreislaufwirtschaft beim VDI Zentrum Ressourceneffizienz in Berlin sprach über Potenziale von Digitalisierung und künstlicher Intelligenz für die betriebliche Ressourceneffizienz.

Er betonte, dass Künstliche Intelligenz (KI) den Digitalisierungsprozess beschleunigen kann, indem sie Fehler reduziert, vorausschauende Produktion ermöglicht, Verschwendung vermeidet und digitale Ökosysteme entlang der Wertschöpfungskette schafft, die bis zur Kreislaufwirtschaft führen können.

Wang präsentierte beeindruckende Beispiele für die Nutzung von KI zur Steigerung der Ressourceneffizienz. Die Wetropa Kunststoffverarbeitung GmbH & Co setzt beispielsweise auf 3D-Modelle für die Abstimmung zwischen Hersteller und Kunden. So kann die Produktion und der Transport von Prototypen vermieden und zusätzlich viel Zeit eingespart werden. Die Mader GmbH & Co. KG verwendet eine Luftleckage-App, die Leckagen systematisch erfasst und analysiert, was zu Energie- und Materialeinsparungen führt. Bei der J. Schmalz GmbH werden durch einen digitalen Prozess Schaumstoffteile on-demand produziert. Das führt zu erheblichen Einsparungen bei Aluminiumprofilen und Schaumstoff, weil es weniger Ausschuss als in der bisherigen Serienproduktion und langen Lagerung gibt.

Des Weiteren wurden KI-Anwendungen wie vorausschauende Wartung bei Kehrmaschinen der Stadtreinigung Hamburg AöR sowie die Fehlervorhersage bei der Herstellung von HDPE-Rohren durch KI vorgestellt. Diese Anwendungen ermöglichen eine frühzeitige Warnung vor Problemen und führen zu erheblichen Materialeinsparungen.

 

Bernd Mik von Eisen-Schmid teilte seine konkreten Erfahrungen mit der Digitalisierung eines mittelständischen Unternehmens. Bemerkenswert waren die Einblicke, wie auch jahrelang bestehende Maschinen in den Digitalisierungsprozess eingebunden werden können. Mik betonte, dass Digitalisierung immer lohnenswert ist und sich Ressourceneinsparungen von bis zu 25% erzielen lassen. Für Unternehmen, die bei der Digitalisierung noch auf Anfang stehen, empfahl Mik, zunächst die vorhandene Serverstruktur und Schnittstellen aufzunehmen und dabei auf die Unterstützung von Studierenden oder externen Anbietern zurückzugreifen. Er betonte auch, dass ein Digitalisierungsvorsprung ein attraktives Arbeitsplatz-Kriterium für Fachkräfte ist.

 

Ali Dervis-Greifenberg von den Projekt-Partnern Oberrhein präsentierte das Angebot des EDIH Südwest für KMUs. Der European Digital Innovation Hub zielt darauf ab, den digitalen Wandel in der gesamten EU voranzutreiben, indem er die digitalen Kapazitäten von KMUs und öffentlichen Einrichtungen ausbaut. Dervis-Greifenberg erläuterte die Schlüsseltechnologien und Branchen, auf die der Fokus liegt, sowie die angebotenen Schulungen, Workshops und Beratungsleistungen. 

 

Die Veranstaltung verdeutlichte die vielfältigen Möglichkeiten der Digitalisierung zur Steigerung der Ressourceneffizienz. Die vorgestellten Beispiele zeigten, wie KI und Digitalisierung zu erheblichen Einsparungen bei Material, Energie und Zeit führen können. Es wurde betont, dass die Verbindung von Digitalisierung und Ressourceneffizienz ein wichtiges Thema für Unternehmen ist und dass der Einsatz von KI unverzichtbar wird. Auch die kritische Sicht auf den enormen Energiebedarf, der beim Training von KI-Software anfällt, wurde diskutiert. Die Teilnehmenden erhielten wertvolle Einblicke und Empfehlungen, wie sie den Digitalisierungsprozess in ihren Unternehmen vorantreiben können, um effizienter und nachhaltiger zu arbeiten.