19.01.2023

Imos Gubela GmbH für Energieeffizienzmaßnahmen ausgezeichnet

Verleihung des Energieeffizienzpreises des KEFF-Netzwerks

Imos Gubela GmbH als vorbildliches Unternehmen aus Baden-Württemberg mit Gipfelstürmer-Award ausgezeichnet

Umwelt- und Energiestaatssekretär Andre Baumann hat gestern (18.01.) in Stuttgart zum fünften Mal den Gipfelstürmer-Award des Netzwerks regionale Kompetenzstellen Energieeffizienz (KEFF) an Unternehmen aus Baden-Württemberg verliehen. Mit dem Preis zeichnet das Land Unternehmerinnen und Unternehmer aus, die betriebliche Energieeffizienzmaßnahmen vorbildlich umgesetzt haben. In diesem Jahr erreichte ein Unternehmen aus dem Gebiet der KEFF Südlicher Oberrhein einen Podestplatz - für die Imos Gubela GmbH aus Renchen nahm Hans-Erich Gubela die Auszeichnung und das Preisgeld von 5.000€ entgegen.

 

Geschäftsführer Hans-Erich Gubela und Staatssekretär Andre Baumann  (Bild: Frank Eppler)

 

Energieeffizienz: Beitrag zum Klimaschutz und Wettbewerbsvorteil

In seiner Laudatio würdigte Energiestaatssekretär Andre Baumann das Engagement der Unternehmen im Land: „Viele von Ihnen haben die Effizienzpotenziale in Ihren Betrieben bereits aufgespürt und gehoben. Denn jede Kilowattstunde Energie, die nicht verbraucht wird, muss weder erzeugt noch bezahlt werden. Energiebewusste Unternehmen leisten damit einen wichtigen Beitrag zum Klimaschutz und verschaffen sich gleichzeitig einen veritablen Wettbewerbsvorteil.“ Staatssekretär Baumann betonte, dass oftmals ein kostenloser KEFF- Check den Anstoß für ein umfassendes und durchdachtes Energieeffizienzkonzept gegeben habe. „Vier Unternehmen, die ihre Maßnahmen besonders vorbildlich umgesetzt haben, ehren wir heute mit dem Gipfelstürmer-Award“, so Baumann weiter. Bei Imos Gubela sind es 743.000 kWh Energie, die nun jährlich eingespart werden. Beeindruckt zeigte sich der Staatssekretär von der Tatkraft und dem Ideenreichtum der Unternehmerinnen und Unternehmer sowie der Belegschaft. 

Nach einem KEFF-Check im Jahr 2020 hat es sich Imos Gubela zur Aufgabe gemacht, seine Anlagen, Produktion und technische Gebäudeausrüstung zu optimieren. Das ist dem mittelständische Unternehmen der kunststoffverarbeitenden Industrie, das sich mit seinen insgesamt 80 Mitarbeitenden auf die Fertigung von hochpräzisen optischen Teilen spezialisiert hat, erfolgreich gelungen. So wurde ein hocheffizienter Drucklufterzeuger mit Wärmerückgewinnung angeschafft. Die hier gewonnene Abwärme wird in die zentrale Heizanlage eingespeist. Zudem wird das neue Betriebsgebäude mit einer Luft-Wasser-Wärmepumpe über den Fußboden beheizt. Die Beleuchtung in den Neu- und Bestandgebäuden erfolgt über LED- Leuchtmittel; Bewegungsmelder in den sanitären Räumlichkeiten ermöglichen es, weiteren Strom einzusparen. Um den bisherigen Gasverbrauch zu verringern, stellte das Unternehmen von einer kompletten Gasheizung auf eine Hybridheizung um. Zudem führte das Unternehmen ein Spitzenlastmanagement ein, um so den eigenen Stromverbrauch besser zu regulieren und Stromspitzen zu vermeiden. Mit diesen sowie weiteren umfassenden Maßnahmen konnte die IMOS Gubela GmbH etwa 46 Prozent ihres gesamten Energiebedarfs einsparen.

 

Von KEFF zu KEFF+ für mehr Ressourceneffizienz in Unternehmen

„In den vergangenen fünf Jahren haben wir unterschiedlichste Unternehmen aus Industrie, produzierendem Gewerbe und dem Dienstleistungssektor für ihre Konzepte und Maßnahmen für mehr Energieeffizienz im Betrieb ausgezeichnet. Der Gipfelstürmer-Award wird dieses Jahr in dieser Form das letzte Mal vergeben. Es ist aber geplant, auch weiterhin Unternehmen für ihre Bemühungen im Bereich Ressourceneffizienz im neuen Netzwerk KEFF+ auszuzeichnen und so zukünftig neben dem Energie- den gesamten Materialeinsatz von Unternehmen in den Blick zu nehmen“, ergänzte Staatssekretär Baumann.

Hannes Spieth (UTBW) und Andre Baumann zelebrieren den Übergang vom KEFF ins KEFF+ Projekt (Bild: Frank Eppler)

 

Für einen Gipfelstürmer-Award haben sich alle Unternehmen bewerben können, die im Rahmen eines KEFF-Checks eine kostenlose Erstanalyse ihrer Effizienzpotenziale durch regionale KEFF-Effizienzmoderatorinnen und Effizienzmoderatoren wahrgenommen haben. Aus allen eingegangenen Bewerbungen hat eine Jury aus Fachexpertinnen und -experten zehn Finalisten und dann in diesem Jahr die vier besten Bewerbungen ausgewählt. Diese erhalten ein Preisgeld von insgesamt 21.000 Euro; die Leistung der restlichen Finalisten wird durch eine Urkunde gewürdigt.

Weitere Informationen zum Gipfelstürmer-Award, zu den prämierten Unternehmen sowie zum KEFF-Netzwerk sind auf der Internetseite der regionalen Kompetenzstellen Energieeffizienz verfügbar: www.keff-bw.de. Das neue NetzwerkKEFF+ bietet Unternehmen durch den kostenfreien, unabhängigen und unverbindlichen KEFF+Check Unterstützung bei der gezielten Suche nach Potenzialen bei Material- und Energieeffizienz: www.keffplus-bw.de.

Aus dem Netzwerk der Klimapartner Oberrhein wurde außerdem die Frank Bürsten GmbH aus Schönau im Schwarzwald (Landkreis Lörrach) mit dem dritten Platz und 3.000€ Preisgeld ausgezeichnet. Die Frank Bürsten GmbH wurde 1942 gegründet und hat sich und ihr Sortiment auf Schuhpflege spezialisiert. Zusätzlich stellt das Unternehmen Bürsten als Werbeartikel, Massage- und Wellnessbürsten sowie technische Bürsten her. Dabei fertigt das Unternehmen vom Bürstenkörper bis zur Bestückung der Bürstenkörper das komplette Produkt und kann so nach Kundenwunsch produzieren. Da das Unternehmen bereits seit Jahren seine eigene Wärme aus anfallenden Holzabfällen erzeugt, stand bei einem KEFF-Check im Jahr 2019 vor allem im Fokus, wie die überschüssige Wärme weiter genutzt werden kann. Das Ergebnis: die Frank Bürsten GmbH versorgt nun das lokale Nahwärmenetz der Energiewerke Schönau (EWS) und damit kommunale Gebäude wie das örtliche Freibad, Rathaus und Schulen sowie private Kunden mit Wärme. Insgesamt speist das Unternehmen so rund 600 Megawattstunden jährlich in das Nahwärmenetz ein. Nach erfolgreichem Abschluss dieses Projekts machte sich das Unternehmen daran, seinen Wärmeeinsatz selbst zu reduzieren. So wurde durch Verhaltensänderungen und Heizungseinstellungen der Wärmeverbrauch um über 30 Prozent gesenkt. Zudem stellte das Unternehmen seine Beleuchtung auf LED um und installierte zur Stromgewinnung eine zusätzliche Photovoltaik-Anlage. Dieses innovative Engagement und die enge Zusammenarbeit mit dem Wärmenetzbetreiber sowie der Kommune zeichnet die Frank Bürsten GmbH als vorbildlichen Energieeffizienz-Unternehmen aus.

Den Platz 1 und damit „Gipfelstürmer des Jahres 2023“ (10.000 Euro Preisgeld) erreichte die Autohaus Weeber GmbH aus Weil der Stadt (Landkreis Böblingen). Durch den KEFF-Check wurden verschiedene Optimierungsmaßnahmen angestoßen: eine effiziente und verlustarme Druckluftversorgung, LED-Beleuchtungen sowie energiesparsame Bestand- und Neubauten. Zusätzlich setzt die Autohaus-Gruppe auch auf das Engagement ihrer Mitarbeitenden zum Beispiel beim Lüften und der Mülltrennung. 

 

Die weiteren Finalisten 2023:

  • Betten Scheel Inhaber Daniel Renz e.K., Geislingen an der Steige (Landkreis Göppingen) (ebenfalls Platz3)
  • siggset print und media AG, Albbruck (Landkreis Waldshut)
  • Alb-Elektrizitätswerk Geislingen-Steige eG, Geislingen (Landkreis Göppingen)
  • Druckhaus Waiblingen Remstal-Bote GmbH, Waiblingen (Rems-Murr-Kreis)
  • BTE BiegeTechnik Engineering GmbH, Ilshofen (Landkreis Schwäbisch Hall)
  • Arnulf Betzold GmbH, Ellwangen (Ostalbkreis)
  • MEGU Metallguss Obermeier GmbH, Schopfheim (Landkreis Lörrach)

 

Die Finalisten des diesjährigen KEFFizienzgipfels im neuen Schloß in Stuttgart (Bild: Frank Eppler)

 

 

 

Geschäftsführer Hans-Erich Gubela und Effizienzmoderator Fabian Delong (Bild: KEFF Südlicher Oberrhein)